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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Politiker krempeln Schullandschaft um

Lösungen: Nachdem die Parteien zunächst unterschiedliche Ziele in der Schulentwicklungsplanung verfolgten, haben sich Paprika-Bündnis und CDU nun geeinigt. Stadt übernimmt Sekundarschule in Gadderbaum

Bielefeld. Die Schullandschaft wird umgekrempelt: Drei Sekundarschulen und eine Realschule sollen zum Schuljahr 2018/19 entstehen, die Gesamtschule Quelle soll schnellstmöglich um eine Zügigkeit erweitert werden. Das haben die Mitglieder des Sport- und Schulausschusses nun mehrheitlich beschlossen. Damit folgten sie einer gemeinsamen Beschlussvorlage von CDU und Paprika-Koalition.


Die Politiker stehen unter Druck. Spätestens, seit Bethel überraschend verkündete, die Sekundarschule in Gadderbaum zu schließen. Händeringend suchten die Mitglieder des Sport- und Schulausschusses nach Lösungen. Und die hat man anscheinend nun gefunden - parteiübergreifend und ziemlich überraschend.


Folgendes steht der Schullandschaft nun also bevor: Am Standort Gadderbaum soll im Schuljahr 2018/19 eine drei- oder vierzügige städtische Sekundarschule entstehen, womit das noch nicht offizielle Bürgerbegehren hinfällig wäre. Vielmehr geht es nun darum, mit Bethel alle notwendigen Gespräche zu führen, um eine Kooperation mit dem Gymnasium zu erreichen.


Geprüft werden soll außerdem, ob eine Übernahme des Konzepts der im Jahr 2020 auslaufenden Sekundarschule möglich ist, falls diese bei ihrer Entscheidung bleibt, und ob es sich die Stadt leisten kann, das Schulgebäude in Gadderbaum zu nutzen, beziehungsweise zu übernehmen.


Eine weitere Sekundarschule soll im Schuljahr 2018/19 am Standort Brodhagenschule entstehen, wobei eine Kooperation mit dem Max-Planck-Gymnasium geplant ist. Die dritte Sekundarschule ist an der derzeitigen Kuhlo-Realschule vorgesehen, und zwar in Kooperation mit dem Ceciliengymnasium. Bettina Fleth, Schulleiterin der Kuhlo-Schule, sagt, sie habe von dem Vorhaben nichts geahnt und erst durch die Medien dadurch erfahren.


Im freiwerdenden Hauptschulgebäude in Baumheide ist ab dem Schuljahr 2018/19 eine Ganztag-Realschule geplant; und die Gesamtschule Quelle soll schnellstmöglich um eine Zügigkeit erweitert werden.


Noch am Anfang der Woche stellten die Parteien ihre jeweiligen Ideen vor, die sich nur teilweise überschnitten. Dass sie sich nun für einen gemeinsamen Weg entschieden haben "sei ein Zeichen dafür, dass wir die Kraft für eine Schulentwicklungsplanung haben", sagt Marcus Kleinkes (CDU). Erst kurz bevor die Politiker ihre Ideen zur Abstimmung stellten, ließen sie sich in einem nichtöffentlichen Teil von Vertretern der Bezirksregierung zum Thema Schulentwicklung beraten. "Unseren Entscheidungen sind viele Gespräche vorausgegangen", sagt Peter Grün von den Grünen.


Die FDP hingegen hat sich gegen einen gemeinsamen Weg entschieden. "Die Statistik zeigt doch, dass die Anmeldezahlen an Sekundarschulen rückläufig sind", sagt Jan Maik Schlifter. Auch die Entscheidung, ausgerechnet die Kuhlo-Realschule umzuwandeln, sei fragwürdig. "Welche Kriterien spielen dabei eine Rolle?" Für ihn ähnle das ganze Vorhaben einer "Schocktherapie" für die Schullandschaft. Laut Thomas Wandersleb (SPD) sei es wichtig, in der jetzigen Situation zu handeln. "Diese Veränderungen stellen nicht das Ende, sondern den Auftakt einer Schulentwicklungsplanung dar." Mehr Beratungszeit hätte sich Bernd Schatschneider (Linke) gewünscht, der den Ideen zwar zustimmte, ohne jedoch Zeit gehabt zu haben, sich mit seiner Partei besprechen zu können. Welche Ideen umgesetzt werden, hängt auch von der Elternabfrage in den jeweiligen Einzugsbereichen ab.

Quelle: Neue Westfälische, 07.12.2016


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