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Freitag, 16. Oktober 2015

Kulturetat: Parteien fast im Schulterschluss

Theater spart intern und will Entgelte erhöhen, um 515 000 Euro für den städtischen Haushalt zu erbringen

B i e l e f e l d (WB). Mit einer Gegenstimme der Linken hat der Betriebsausschuss Bühnen und Orchester gestern beschlossen, dass das Theater ab 2018 einen Sparbeitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes von »nur« 515 000 Euro erbringen soll. Gefordert sind eigentlich 600 000 Euro. Die Rücklagen des Theaters –zwei Millionen Euro – sollen nicht angegriffen werden.

Intendant Michael Heicks und Verwaltungsdirektorin Ilona Hannemann sagten, der Betrag könne dann eingespart werden, wenn bis zur Spielzeit 2019/20 zwei Entgelterhöhungen beschlossen würden, die pro Jahr Zusatzeinnahmen in Höhe von 350 000 Euro erbringen würden. Bei den betrieblichen Aufwendungen wolle man 120 000 Euro einsparen, bei den Verwaltungskosten 35 000 Euro. Dazu käme ein »striktes Kostenmanagement«. Heicks und Hannemann führten den Politikern vor Augen, wo geknapst und gestrichen werden müsste, würde man den Sparbetragvon 515 000 Euro nicht erreichen. Man müsse dann auf Serviceleistungen wie das Kombiticket (mit Mobiel) verzichten, müsste die Kosten für das Ausfahrtticket für das Rathausparkhaus für Theaterbesucher erhöhen (heute: 1,50 Euro). Heicks sagte, dass eine Musiktheater-Produktion gestrichen werden müsste, um den Aufwand zu reduzieren. Dies sei die Kinderoper, weil dort wegen der niedrigen Kartenpreise die Einnahmen die geringsten seien. Zudem könne das Tanztheater nicht mehr im Theaterlabor Tor 6 auftreten (keine Mietzahlungen). Das Theaterfest zum Spielzeitauftakt stände genauso auf dem Prüfstand wie das Musikfest in der Oetkerhalle, die Beteiligung an den »Nachtansichten« oder am Weihnachtsmarkt. Konzerte der Reihe »Klassik um drei« können nicht mehr entgeltfrei gegeben werden. Und hinter theaterpädagogischen Projekten wie dem »Zeitsprung« oder »Parallele Welten« stände ein Fragezeichen. Heicks nennt den Grund: weil das Theater »den Eigenanteil nicht mehr aufbringen könnte, der erforderlich ist, um Landeszuschüsse zu bekommen«.

Marcus Kleinkes (CDU) betonte, die eigene Vorlage und die der Paprika-Koalition (SPD, Grüne,Bürgernähe/Piraten) seien nahezu deckungsgleich: »Wir kämpfen gemeinsam. « Björn Klaus (SPD) unterstrich, dass die Politik dem Theater einen Vertrauensvorschuss gebe. Lorenz Pohlmeier (FDP) lobte, es sei gut, dass nicht zur Rasenmähermethode gegriffen werde und fünf Prozent Einsparvolumen ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen würden. Florian Straetmanns (Linke) sah überhaupt keinen Konsolidierungszwang: »Schuld ist eine falsche Steuerpolitik.« Zudem sei nicht gewährleistet, dass nicht doch noch gestrichen werde. Er sagte als einziger nein.

Quelle: Westfalen-Blatt, 15.10.2015


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