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Freitag, 9. Mai 2014

Kaselowsky: Rat will Aufklärung mit Oetker

Mehrheit lehnt Straßenumbenennung noch ab

Von Joachim Uthmann

Bielefeld. Eine Kaselowsky-Debatte am Tag der Kapitulation vor 69 Jahren, da schlugen die Wellen hoch im Stadtrat. Die Linke scheiterte nach heftiger Debatte und Protesten von Antifaschisten im Zuschauerraum mit ihrem Antrag, schon jetzt die Kaselowsky- in Hochstraße rückzubenennen wie vor 2001. Die große Mehrheit will dagegen die Empfehlungen einer Arbeitsgruppe des Bündnisses gegen Rechts abwarten, ehe Entscheidungen getroffen werden.

Die Linke brachte die Umbenennung schon im November 2013 in der Bezirksvertretung Mitte wieder auf die Tagesordnung. Die verwies auf den Rat. Doch hier brachte die Linke den Antrag erst gestern am Tag des Endes der Nazi-Herrschaft wieder ein, kurz vor der Wahl _ was bei den anderen Parteien für Empörung sorgte.

Barbara Schmidt (Linke) erinnerte an Richard Kaselowsky als überzeugten Nazi, unter dessen Leitung die Firma Oetker zum nationalsozialistischen Musterbetrieb geworden sei. Der Rat begründete 2001 die Namensgebung der Straße zwar mit der Familie Kaselowsky. Schmidt: "Doch hier waren drei hochrangige Nazis dabei." Ralf Nettelstroth (CDU) entgegnete: "Es gab aber auch andere wie Ferdinand, den ersten Direktor der Ravensberger Spinnerei."

Klaus Rees (Grüne), Vorkämpfer des Bündnisses gegen Rechts, wies den Vorstoß der Linken als Bekenntnis- und Wahlkampf-Rhetorik zurück und forderte, die Arbeitsgruppe bei der umfassenden Aufklärung zu unterstützen und das "zarte Pflänzchen" der Aufklärung, zu der Oetker mittlerweile bereit sei, nicht zu zertrampeln. Georg Fortmeier (SPD) warnte vor "Schnellschüssen" und mahnte zur gründlichen und sorgfältigen Aufarbeitung des Themas.

Quelle: Neue-Westfälische, 09.05.2014


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