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Mittwoch, 19. März 2014

Emotionale Schul-Debatten

Hitzige Diskussionen vor und nach dem Ausschuss

VON KURT EHMKE

Bielefeld. Eine Demo zur Inklusion. Das ist heikel. Eine Abstimmung zur Inklusion. Auch das ist heikel. Und so wurden gestern die Akteure nicht müde zu versichern, dass sie für Inklusion seien. Nur - nicht so.

Realschule und Gymnasium Heepen demonstrierten vor dem Rathaus und in der Schulausschusssitzung. Pflegschaftsvorsitzende und Schulleiter waren vor Ort. Jörg Neumann leitet das Gymnasium, er kritisiert nicht, dass er ab August zehn Kinder mit Fördebedarf bekommen soll, die ihr neues Recht auf Beschulung im Regelschulsystem in Anspruch nehmen. Er kritisiert, dass er für diese Aufgabe eine sonderpädagogische Fachkraft bekommen soll - mit 27 Wochenstunden. "Eigentlich soll ich immer zwei Kinder in eine Klasse geben, aber selbst wenn wir fünf Kinder in eine Klasse geben, reicht die Fachkraft bei 36 Stunden im Ganztag nicht aus."

Kritisch sehen alle Beteiligten in Heepen auch, dass zusätzlich notwendiger Platz an der Tieplatzschule angeboten werden soll. Neumann: "Da fehlen zum Beispiel Fachräume." Fazit: Es soll zu schlecht ausgestattet in die Inklusion gehen - in eine Inklusion, in der beispielsweise bei Neumann Kinder landen, die keine Gymnasial-Empfehlung und auch nicht das Abi als Ziel haben.

Im Schulausschuss debattierten dann die Parteien genau darüber. Fazit: SPD, FDP, Grüne und Linke finden, dass es tatsächlich keine optimale Ausstattung gibt, sehen aber das Recht der Kinder auf Inklusion und die Pflicht, dann auch Plätze anzubieten. Ihre Hoffung: Es werde sich einlaufen an den Schulen; "in der Praxis werden sich Lösungen finden", so Inge Schulze (Grüne). Hingegen sehen BfB und CDU das kritisch. Marcus Kleinkes (CDU): "Dass es sich am Ende schon ruckeln wird, das reicht mir nicht."

Alle eint, dass sie finden, dass das Land zu wenig Personal stellt. SPD, Grüne und FDP hoffen, das ein wenig abfedern zu können, indem die Stadt versucht, noch Schulsozialarbeiter und schulpsychologische Beratung dazu zu geben. Die CDU enthielt sich.

Quelle: Neue-Westfälische, 19.03.2014


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