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Donnerstag, 6. März 2014

CDU in Wahlkampf-Stimmung

Politischer Aschermittwoch: Andreas Rüther will?s besser machen als Pit Clausen

VON Lothar Schmalen und Sebastian Kaiser

Bielefeld. Andreas Rüther, CDU-Politiker mit Ambitionen, Bielefelder Stadtoberhaupt zu werden, hat Oberbürgermeister Pit Clausen den Kampf angesagt. "Clausen hat beim SPD-Parteitag gesagt, er sei Oberbürgermeister, und das sei gut so. Ich werde beweisen, dass ich es besser kann", sagte Rüther beim Politischen Aschermittwoch der Bielefelder CDU.

Die Veranstaltung, auf der traditionell nicht nur deftige Speisen gereicht werden, sondern auch noch deftigere Töne in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner angeschlagen werden, zeigte, dass die Bielefelder CDU langsam in Wahlkampf-Stimmung kommt. Noch 81 Tage sind es bis zur Kommunalwahl, bei der der Bielefelder CDU-Chef Andreas Rüther für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert. "Es ist Zeit für einen Wechsel an der Spitze des Bielefelder Rathauses", rief Rüther den 400 Gästen in der Hechelei zu.

Er warf dem Oberbürgermeister vor, nicht genügend für die Wirtschaftsförderung zu tun. Innerhalb nur zweier Tage sei bekannt geworden, dass zwei Unternehmen mit insgesamt 430 Arbeitsplätzen Bielefeld in Richtung Halle verlassen. "Und zur gleichen Zeit berichteten die Tageszeitungen, dass der Bielefelder Oberbürgermeister in der Altstadt ein rotes Telefonhäuschen einweihen. Ist das wirklich gut so? Nein, das ist es nicht", sagte Rüther.

Besonders angriffslustig kam CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Ralf Nettelstroth daher. Er bezeichnete Clausen als "Schönwetterkapitän mit rheinischem Frohsinn , mit rhetorischem Geschick und großer Ankündigungssemantik". Clau-sen stehe für fünf verlorene Jahre in Bielefeld. "Wir brauchen einen Neuanfang mit einer bürgerlichen Mehrheit im Rat unter Führung der CDU-Fraktion und einen neuen Oberbürgermeister namens Andreas Rüther", formulierte er das Ziel der CDU bei der Kommunalwahl.

14 Brackweder CDU-Mitgliedern fehlten in der Hechelei. Unter Führung ihres Vorsitzenden Carsten Krumhöfner besuchten sie den Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. Sie übermittelten der Versammlung in Bielefeld fernmündlich den Mitschnitt eines Gesprächs mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. "Lieber Andreas Rüther, ich wünsche Ihnen nur das Beste für die Oberbürgermeisterwahl in Bielefeld. Ich drücke Ihnen die Daumen", ist Seehofer zu hören.

Gastredner war der holländische Christdemokrat René van der Linden (70), früher Vorsitzender der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Neben Van der Linden saß in der Hechelei gestern Aart de Geus, früher Arbeitsminister der Niederlande und heute Vorstandsvorsitzender der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung. Van der Linden sprach zum Thema "Braucht Europa eine Seele?" und plädierte für mehr Europa: Einzelne Mitgliedstaaten würden mehr und mehr bedeutungslos. Van der Linden äußerte sich aber auch zur Krim-Krise und forderte, die Halbinsel müsse Teil der Ukraine bleiben. Das Land solle zum Transitland zwischen Ost und West werden.

Quelle: Neue-Westfälische, 06.03.2014


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