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Donnerstag, 20. März 2014

CDU fordert: Inklusion nur mit guter Ausstattung

Ohne ordentliche Startbedingungen solle Bielefeld dem neuen Schulgesetz nicht folgen / "Notfalls lassen wir uns eben verklagen"

VON KURT EHMKE

Bielefeld. Die CDU will bei der Inklusion die Notbremse ziehen: Wenn es weder räumlich noch personell, noch von der Ausstattung her möglich sei, an etlichen Bielefelder Schulen tatsächlich im Sinne der Inklusion und des Schulgesetzes zu unterrichten, müsse Bielefeld ausscheren. Dann solle das Gesetz das Gesetz sein. "Und wenn es heißt, wir lassen uns ja verklagen - ja, dann machen wird das", sagt Marcus Kleinkes, schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion. "Wir reden hier nicht vom Kind im Rollstuhl, sondern von Kindern mit emotional-sozialen Störungen, die an Gymnasien kommen und dafür keine Empfehlung haben", sagt Andreas Rüther, Vorsitzender des Schulausschusses und Oberbürgermeisterkandidat seiner Partei. Wer glaube, dass diese Kinder mit einer reduzierten Zahl an Sonderpädagogen unterrichtet werden könne, irre sich. Auch sei von Brackwede bis Heepen die Raumsituation ungelöst oder unbefriedigend. Dass nun 115 Kinder von ihrem Recht Gebrauch machen wollen, an Regelschulen unterrichtet zu werden, respektiert die CDU. Aber sie sieht viele Kinder und Schulen in ein Desaster laufen. "Was, wenn die Kinder scheitern?", fragt Alexandra Heckeroth - und findet keine Antwort. Denn die Förderschulen würden massiv abgehängt, auch, weil Sonderpädagogen nun an den neuen Inklusions-Schulen benötigt würden.

Doch da kommen sie kaum an. Das Land bietet einen Sonderpädagogen für acht Kinder. Gab es bisher im Gemeinsamen Unterricht (GU) einen auf fünf Kinder, ist das Verhältnis nun schlechter - und sollen die Kinder gerade nicht zu fünft in spezielle Klassen kommen, sondern jeweils zu zweit verteilt werden; Inklusion eben.

Doch da sieht die CDU das Dilemma: Sie wirft dem Land vor, versagt zu haben: "In der Lehrerausbildung - denn es fehlen Sonderpädagogen", sagt Kleinkes - und bei der Anzahl der Pädagogen, die den Schulen zugewiesen werden.

Auch die Stadt habe versagt: "Der Verwaltung fehlt der Elan, sich des Themas angemessen anzunehmen; und der Hinweis, es werde sich einruckeln, der geht gar nicht", sagt Kleinkes. "Wir brauchen für die von allen ja gewünschte Inklusion gute Startbedingungen." Diese fordern die CDU heute im Rat: Ein Antrag soll abgestimmt werden, der einerseits gute Ausstattungen ab August fordert und andererseits die Verwaltung beauftragt, die Förderschulen zu erhalten.

Sollte es nicht klappen mit guten Startbedingungen, spricht Kleinkes von einer "Hoffnungstour". Die lehnt die CDU ab. "Wenn es keinen besseren Personalschlüssel gibt, muss Bielefeld dem Gesetz nicht Folge leisten." Dann solle die Stadt beim GU bleiben - und einfordern, dass der aktuelle Personalschlüssel erhalten bleibe.

Quelle: Neue-Westfälische, 20.03.2014


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