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Freitag, 21. März 2014

30 Parkbäume müssen fallen

Ratsmehrheit setzt Sanierungskonzept für Lutterkanal mit zwei Stauräumen durch

Von Sebastian Kaiser

Mitte. Jetzt ist es endgültig. Damit die Platanenallee an der Ravensberger Straße stehen bleiben kann, wird der marode Kanal darunter von innen saniert. Das verkleinert jedoch den Querschnitt. Daher müssen zwei Staubecken gebaut werden: im Park der Menschenrechte und an der Teutoburger Straße. Dieses Konzept hat gestern Abend der Rat beschlossen - gegen den Protest vieler Schüler, Eltern und Lehrer des Gymnasiums am Waldhof, die extra ins Rathaus geeilt waren.

Die Ampelfraktionen SPD, Grüne und FDP sowie die Linke stimmten für das Konzept, das auch vorsieht, dass der alte Kanal unter dem Gymnasium am Waldhof zugeschüttet und dafür ein sogenannter Bypass angelegt wird. Der Stauraum im Park der Menschenrechte wird 1.500 Kubikmeter groß, das Regenrückhaltebecken an der Teutoburger Straße soll 3.000 Kubikmeter fassen. 30 Bäume müssen dafür im Park fallen, an der Teutoburger Straße elf Bäume.

30,2 Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen. Wie das finanziert wird, ist noch offen. Entweder müssen dafür andere Investitionen verschoben werden oder die Bezirksregierung genehmigt eine Überschreitung der Obergrenze, die die Stadt 2014 für die Aufnahme von Investitionskrediten hat. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Stadt den Lutterkanal nicht freiwillig saniert, sondern weil er marode ist und durch die Reparatur Überschwemmungen in der Altstadt vermieden werden.

CDU und BfB stemmten sich bis zuletzt gegen die Pläne. Beide Parteien setzen sich für eine offene Bauweise in der Ravensberger Straße ein. Dafür hätten zwar die Platanen gefällt werden müssen, doch hätten sie durch großstämmige Bäume ersetzt werden können, so die CDU. Auf den Bau der Rückhaltebecken hätte verzichtet werden können.

Das, so die Bürgergemeinschaft, wäre nicht nur die deutlich kostengünstigere Sanierungsvariante, sondern auch die haltbarere. Damit bekäme der Kanal in der Ravensberger Straße eine Lebensdauer von 100 Jahren, das Inlinerverfahren würde nur 50 Jahre halten. Man werde sehen, ob man die Entscheidung nicht im nächsten Rat revidieren könne, kündigte Johannes Delius (BfB) an.

Hartmut Meichsner (CDU) wies darauf hin, dass das Inlinerverfahren aufgrund der geringeren Haltbarkeit eine "finanzielle Hypothek auf die Zukunft" sei. Unterirdische Regenrückhaltung sei nicht nur die teuerste Lösung, sie vermittele zudem nur eine Scheinsicherheit, erklärte Martin Schmelz ("Bürgernähe"), der sowohl die Anträge von CDU und BfB wie auch das Konzept der Verwaltung ablehnte.

Als populistisch bezeichnete Hans Hamann (SPD) die Forderungen von BfB und CDU. Die Entscheidung werde auch nicht im Politikunterricht am Gymnasium getroffen, hielt Hamann den anwesenden Schülern des Waldhof-Gymnasiums entgegen. Der Rat habe dafür zu sorgen, dass die Stadt entwässert werde und nicht die Keller volllaufen würden.

Harald Buschmann (FDP) erklärte: Der Bypass sei notwendig, erhöhe aber das Hochwasserrisiko. Daher gebe es zum Rückhaltebecken im Park keine Alternative. Es gelte Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit.

Detlef Werner (CDU) warf der SPD Denkblockaden vor. Auch die von der CDU bevorzugte Variante sei rechtlich genehmigungsfähig und wirtschaftlich sowie nachhaltig.

Quelle: Neue-Westfälische, 21.03.2014


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