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Mittwoch, 15. Januar 2014

Sanierung beschädigt Rathaus

Fassaden-Masken entstellt: Dezernent verspricht künftig mehr Sorgfalt

VON JOACHIIM UTHMANN

Bielefeld. Das alte Rathaus hat für Hartmut Meichsner (CDU) wie das Bremer den Wert eines Weltkulturerbes. Er schätzt die mythische Symbolik mit vielen Details und Figuren wie den Masken der Zeus-Söhne Minos, Aiakos und Rhadamenthys über dem Eingang. Doch deren Konturen sind jetzt teils arg verwischt - als Folge der Fassaden-Sanierung. Baudezernent Gregor Moss (CDU) räumt den Substanzverlust ein und will künftig für mehr Sorgfalt sorgen.

Meichsner wirbt seit Langem dafür, den historischen Wert des Rathauses als Lehrgebäude der christlichen Freimaurerei höher zu schätzen. Mehr als 1.500 Symbole und Bilder machten das Rathaus von 1904 zu einem bau- und kulturhistorisch einzigartigen Bauwerk. Umso bedauerlicher findet es der Bezirkspolitiker, dass die Spuren jetzt verloren gehen.

Vor der Sanierung habe der Gutachter betont, dass es auf jedes Details ankomme, so Meichsner im Betriebsausschuss Immobilienservice. Das müsse auch für die Fassade gelten. In Zukunft müsse deshalb im Vorhinein eine engere Abstimmung zwischen Verwaltung, Denkmalpflege und Politikern erfolgen. Besonders empfindliche Figuren und Reliefs sollten bei der Abstrahlung ausgespart und später mit anderen Techniken behandelt werden. Diesen Forderungen schloss sich auch der Ausschuss einstimmig an. Holm Sternbacher (SPD): "Den Besonderheiten sollte man mehr Beachtung schenken."

Moss erklärte, dass die Fassade vor der Sanierung per Laser "bis auf Millimeter" eingescannt worden sei: "Wir kennen die Konturen und Ornamente." Das angewandte Verfahren, mit niedrigem Druck abzustrahlen, sei schon "sehr sensibel" und von der Denkmalbehörde freigegeben worden. Problem sei aber, dass der Sandstein des Rathauses aus Oberflächenschichten von Steinbrüchen in Obersulzbach (Pfalz) und Weserbergland stammten: "Die sind wenig gepresst, deshalb weich und sehr offenporig." Teils könne man Schichten mit der bloßen Hand abkratzen, denn sie pappten nur auf dem Stein. Entsprechend hätten sie sich mit Schmutz vollgesogen. Teils seien sie auch später mit Fremdmaterial saniert worden.

Und mit dem Schmutz ging bei der Sanierung teils auch Substanz verloren, so der Dezernent: "Es tut mir leid, aber das lässt sich nicht verhindern." Mit Alternativen wie dem dem Einsatz von Chemie schade man dem Stein aber noch mehr.

Die Figuren, die besonders gelitten hätten, könnten durch Steinmetze nach- und aufgearbeitet werden, sieht der Dezernent ein Rezept, die Schäden teils aufzufangen: "Wir überlegen, wie das finanziell möglich wäre."

Quelle: Neue-Westfälische, 15.01.2014

 


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