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Montag, 27. Januar 2014

»In zehn Jahren droht Ärztenotstand«

Die Bielefelder CDU hält an Plänen für eine Medizinische Fakultät in Bielefeld fest

Bielefeld(MiS). Die Bielefelder CDU will sich weiterhin für die Einrichtung einer eigenständigen Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld einsetzen. Das hat der CDU-Landtagsabgeordnete und Ratsfraktionschef Ralf Nettelstroth jetzt noch einmal deutlich betont.

»Bei der geplanten Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum ist von Anfang Sand im Getriebe«, sagte Nettelstroth. Und weil Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Bemühungen um eine eigenständige Mediziner-Ausbildung in OWL »nur belächelt«, werde das Vorhaben offenbar auch von ihren Genossen vor Ort in Bielefeld nicht nachdrücklich verfolgt.

Neue Impulse erhofft sich Nettelstroth von der Bundesregierung. »An der Spitze des Gesundheitsministeriums steht jetzt mit Hermann Gröhe ein Mann aus NRW«, sagte Nettelstroth, der auch dem Wissenschaftsausschuss des Landtags angehört. Staatssekretär im Ministerium sei Karl-Josef Laumann, bis vor kurzem noch CDU-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag. »Diese Konstellation wird uns helfen.«

Die Forderung der Union nach einer Medizinfakultät in Bielefeld ist auch in den Entwurf des Kommunalwahlprogramms aufgenommen worden. Dass in Bielefeld dringend medizinischer Nachwuchs benötigt wird, hatte der neue CDU-Kreisvorsitzende und OB-Kandidat seiner Partei, Andreas Rüther, am Freitag während des Kreisparteitages noch einmal deutlich gemacht. In Bielefeld arbeiteten 245 Hausärzte, sagte Rüther. »100 davon sind 55 Jahre und älter.« Von der Aufnahme des Medizinstudiums bis zur Niederlassung als Arzt vergingen zehn Jahre. »Man muss nicht Mathematiker sein, um zu erkennen, dass wir in Bielefeld einen Hausarzt-Notstand haben werden.« Gerade bei jungen Medizinern sprächen die Fachleute von einem »Klebeeffekt«. Viele der frisch approbierten Ärzte blieben in der Region, in der sie studiert hätten.

Der Aufbau einer Medizinischen Fakultät an der Uni Bielefeld würde rund 145 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen jährliche Unterhaltskosten von rund 60 Millionen Euro. Die Landesregierung hatte immer wieder argumentiert, dass eine solche Investition nur mit Hilfe des Bundes zu stemmen sei.

Das stattdessen favorisierte Kooperationsmodell mit Bochum sieht vor, dass Medizinstudenten einen Teil ihrer praktischen Ausbildung an sieben Kliniken in OWL absolvieren. Dafür hatte die Landesregierung als Anschubfinanzierung für 2013 einen Betrag von 795   000 Euro zur Verfügung gestellt. Weil das Geld nicht abgerufen wurde, floss es ungenutzt an die Landeskasse zurück (das WESTFALEN-BLATT beichtete).

Quelle: Westfalen-Blatt, 27.01.2014


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