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Mittwoch, 15. Januar 2014

Das Alte Rathaus blättert ab

Kritik an Fassaden-Reinigung – Stadt: Vorgehen mit Denkmalschutzbehörde abgestimmt

Bielefeld (WB). Kommunalpolitiker haben Angst um den Erhalt der Ornamente am Alten Rathaus. Die Rathaus-Fassade, so der Vorwurf, wird falsch gesäubert.

Von Burgit Hörttrich und Thomas F. Starke (Fotos)

Dies können zu Beschädigung oder gar Zerstörung von Sandsteinköpfen, Wappen, Engeln, Reliefs, Inschriften und anderen Symbolen auch aus der Mythologie führen, mit denen das 1904 eingeweihte Rathaus geschmückt wurde. Für Hartmut Meichsner (CDU) kommt es, wie er im Betriebsausschuss Immobilien betonte, »auf jedes Detail an«. Stefan Jücker (Baumanagement) erklärte, die Sandstein-Fassade sei im »schonendsten Verfahren«, abgestimmt mit der Oberen Denkmalbehörde, gereinigt worden: »Sandstrahlsäuberung wurde nicht eingesetzt.«

Dennoch seien lose Teile heruntergefallen, Steinschuppen abgeblättert, sichtbar geworden seien Verwitterungen, durch die der Stein im Laufe der Jahrzehnte geschädigt worden sei. Jücker betont, dass die Fassade mit ihren Elementen dokumentiert und dreidimensional ausgemessen sei.

Meichsner sagte, dass das Gutachten des Schweizer Experten Heinz Pantli aus dem Jahr 2012 das Alte Rathaus gemeinsam mit dem Stadttheater als eines der wichtigsten Zeugen »geistigen, sozial-, staats und kunstgeschichtlicher Art« für die Zeit um 1900 bezeichne. Das Rathaus weise mehr als 900 Symbole preußischer Freimaurerei auf, deren »ikonographischen Programme« sich nur aus der Gesamtheit der Einzelsymbole erschließen lasse. Den von Verwitterung bedrohten Skulpturen sei höchste Wachsamkeit zu schenken.

Jücker sagte, dass jeder Sanierungsschritt mit dem Denkmalschutz und der Oberen Denkmalbehörde abgestimmt sei. Es gäbe zwei Möglichkeiten der »Reparatur«: Entweder müssten die Skulpturen mit einem Kunststoffsandgemisch »nachmodelliert« werden, was der Denkmalschutz ablehne, oder sie müssten von einem Steinmetz nachgearbeitet und ersetzt werden. Die Front des Alten Rathauses sehe jetzt wieder aus wie vor 110 Jahren. »Nur die Schmutzablagerungen haben Reliefs vorher plastischer erscheinen lassen«, sagt Jücker. Die Sanierung der Fassade hat bislang eine Million Euro gekostet, 2014 stehen weitere 600   000 Euro zur Verfügung. Gearbeitet werden soll im Innenhof unter anderem an Fenstern und Balkon. Ab 2015 sollen die Gebäudeseite zum Rathausplatz und der Hauptgiebel gereinigt werden.

Quelle: Westfalen-Blatt, 15.01.2014


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