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Freitag, 10. Januar 2014

»Alle Fakten auf den Tisch«

CDU und BfB zu Stadtwerke-Betriebsrat

Bielefeld(WB). Mit Befremden reagiert die CDU auf die Zusatzleistungen, die der Stadtwerke-Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Gottschlich erhalten hat (das WESTFALEN-BLATT berichtete). »Der Aufsichtsrat kennt weder die Höhe des Gehalts von Herrn Gottschlich noch ist er über die Bonuszahlung informiert worden«, sagt der Vorsitzende der Ratsfraktion, Ralf Nettelstroth, der die CDU im Aufsichtsrat des Unternehmens vertritt. In der nächsten Sitzung werde er Aufklärung verlangen. Nach Meinung des CDU-Sprechers Vincenzo Copertino hat der Vorgang einen »üblen Beigeschmack«.

Gottschlich ist gelernter Gas- und Wasserinstallateur und seit 19 Jahren freigestellter Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke. Er bezieht ein Jahresgehalt von mehr als 100   000 Euro. Daneben hat er mindestens bis 2011 immer wieder jährliche Leistungsprämien bis zu 10   000 Euro erhalten. »Ich kenne keinen Gas- und Wasserinstallateur, der so viel Geld verdient«, merkt Copertino an. »Es stellt sich die Frage, für welche Leistung der Betriebsratschef dermaßen fürstlich entlohnt wird.« Man könne sich jetzt durchaus einen Reim darauf machen, dass die vom Betriebsrat dominierte Arbeitnehmerbank des Aufsichtsrates im Dezember vorigen Jahres einen Mann aus der zweiten Reihe des Versorgungsunternehmens mit SPD-Parteibuch zum Geschäftsführer gewählt und den Vertrag mit Stadtwerke-Chef Wolfgang Brinkmann zum wiederholten Male verlängert habe, meint Copertino: »Das alles sieht nach einem Paradebeispiel von Vetternwirtschaft aus.«

Betriebsratsarbeit sei notwendig und wichtig. Betriebsräte dürften aber nicht finanziell bevorzugt und mit Privilegien ausgestattet werden: Vergleichbare Unternehmen der Energiewirtschaft zahlen keine Boni.« Der CDU-Sprecher fordert die Stadtwerke-Geschäftsführung auf, Transparenz zu schaffen. Die Bezüge freigestellter Betriebsräte müssten, wie anderenorts üblich, offen gelegt werden.

Auch Rainer Ludwig, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft für Bielefeld (BfB) nimmt zu den Bezügen und Sondervergütungen des Stadtwerke-Betriebsratsvorsitzenden Stellung. »Vor einer Bewertung müssen alle Fakten auf den Tisch, und zwar schnellstens«, sagte Ludwig. Es müsse geklärt werden, wer die Sondervergütungen genehmigt habe und was in vergleichbaren Unternehmen an Arbeitnehmervertreter gezahlt werde. Ludwig will auch wissen, ob es weitere Vergütungen an den Betriebsratsvorsitzenden oder andere Mitarbeiter bei den Stadtwerken gibt, die geeignet sein könnten den Vergleichsrahmen zu sprengen.

Quelle: Westfalen-Blatt, 10.01.2014


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