{asdasd}
 
Mittwoch, 2. April 2014

Weg frei für Primusschule

Interessenten können sich melden – aber der Zeitplan ist extrem eng

Volles Haus im Schulausschuss: Im Zuschauerraum drängen sich Befürworter einer Primusschule im Gebäude der Lutherschule und vor allem auch Kinder, Eltern und Lehrer der Luisenschule. Die benötigt das >>Luther<<-Gebäude für die eigene Erweiterung. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld(WB). Der Schulausschuss des Rates hat gestern den Weg für die Errichtung einer Primusschule zum Schuljahr 2015/16 in Bielefeld freigemacht. Der Zeitplan ist allerdings extrem eng, der Erfolg völlig offen.

Von Michael Schläger

Der Ausschuss tagte diesmal im Maria-Stemme-Berufskolleg. Dort hatten sich im Zuschauerraum gleich zwei Gruppen mit Plakaten postiert. Die einen gehörten zur Initiative Primusschule und warben für den Standort einer solchen Schule, die die Jahrgänge eins bis zehn umfasst, in den Gebäuden von Luther- und Josefschule im Ostmannturmviertel. Die anderen waren Kinder, Eltern und Lehrer der benachbarten Luisenschule. Die Realschule benötigt die Räume der Lutherschule, einer auslaufenden Hauptschule, dringend für die eigene Erweiterung.

Die Politiker mussten einige Mühe darauf verwenden, den Zuhörern zu erklären, dass die Entscheidung, sich am Schulversuch Primusschule zu beteiligen, noch keine Entscheidung darüber beinhaltet, ob es die Schule geben wird und an welchem Standort.

Denn der von SPD und Grünen eingebrachte Antrag, der auch von der CDU und den Linken mitgetragen wurde, beinhaltet erst einmal nichts anderes als den Aufruf an alle Grund- und weiterführenden Schulen, ihr Interesse an einer Primusschule zu bekunden. Willkommen sind nur gemeinsame Bewerbungen von Grund- und Sekundarstufe-I-Schulen. Sie sollten sich in räumlicher Nähe zueinander befinden.

Schulamstleiter Georg Müller verlas ein Schreiben der Detmolder Bezirksregierung, in der diese auf den engen und eigentlich kaum einzuhaltenden Zeitplan verweist. Danach müssen bis Ende April die Interessenbekundungen vorliegen, mindestens in Form eines Lehrerkonferenzbeschlusses. Dann müssen die interessierten Schulen ein pädagogisches Konzept erarbeiten. Grund ist, dass das Land nur ein kurzes Zeitfenster für weitere Bewerber am Schulversuch Primusschule öffnet.

Im Juni würde eine förmliche Elternbefragung, ob Interesse an der Schulform besteht, folgen. Denn die unverbindliche Befragung, die die Initiative und der Stadtelternrat durchgeführt haben, reicht nicht aus. Dort hatten sich 200 Interessenten für die neue Schulform gemeldet. Den förmlichen Errichtungsbeschluss müsste der neu gewählte Rat am 18. September fassen. Erst dann würde es im November 2014 auch ein verbindliches Anmeldeverfahren geben. Am Ende sind mindestens 75 Anmeldungen für den ersten Jahrgang einer Primusschule (drei Klassen) und 50 Anmeldungen für den fünften Jahrgang erforderlich.

»Die Primusschule ist eine Chance, die wir nutzen müssen«, sagte Gerd Kranzmann (SPD). Marcus Kleinkes (CDU) beruhigte die anwesenden Vertreter der Luisenschule. »An der Entscheidung, der Schule zusätzlichen und ausreichenden Platz in der Lutherschule zu geben, wird nicht gerüttelt.« Er brachte noch einmal den Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Andreas Rüther (CDU) ins Gespräch, Wellbach- und Baumheideschule als Bewerber für eine Primusschule zu gewinnen. Onur Ocak (Linke) meinte, endlich nutze der Schulausschuss seine Chance zur Gestaltung.

Ursula Burkert (FDP), eigentlich »Ampelpartnerin« von SPD und Grünen, lehnte dagegen für ihre Partei einen zusätzlichen Schulversuch in Bielefeld ab. Sie enthielt sich der Stimme. Dr. Gudrun Langenberg (Bürgergemeinschaft) sagte, mit einer Primusschule werde den Bürgern Sand in die Augen gestreut: »Das Geld, das für die Errichtung einer neuen Schule ausgegeben wird, fehlt den anderen Schulen dann.«

Quelle: Westfalen-Blatt, 02.04.2014


© 2018 CDU Ratsfraktion der Stadt Bielefeld