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Samstag, 30. November 2013

»Ich kann Oberbürgermeister«

Andreas Rüther (CDU) mit 99 Prozent der Stimmen nominiert

Bielefeld (WB). Andreas Rüther gab sich selbstbewusst und siegessicher. »Ich kann Oberbürgermeister«, rief er seinen Parteifreunden bei der CDU-Kreiswahlversammlung am Freitagabend zu. Die nominierten ihn mit überwältigender Mehrheit.

Von Michael Schläger , Burgit Hörttrich (Text) und Thomas F. Starke (Fotos)

Rüther kam auf 160 von 164 abgegebenen Stimmen. Es gab zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. »Ein riesiger Vertrauensbeweis«, bedankte sich der 50-Jährige für die 99-Prozent-Zustimmung. »Du wirst mein Nachfolger«, gratulierte Alt-OB Eberhard David als einer der ersten.

Es war mucksmäuschenstill im großen Saal der Ravensberger Spinnerei, als Rüther mit seiner Vorstellungsrede begann. Alle waren neugierig, was der neue Hoffnungsträger der CDU zu sagen hatte. Und die klaren Wort ließen nicht lange auf sich warten.

»Ich lege mich fest: Mit mir wird es keine weiteren Steuererhöhungen geben«, sagte Rüther. Die zweimalige Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer in Bielefeld innerhalb von zwei Jahren sei widersinnig gewesen. Die Stadt dürfe sich nicht mit den Großstädten an Rhein und Ruhr vergleichen, sondern mit denen in der Nachbarschaft. »Wenn man die Dynamik sieht, mit der unsere Nachbarn Paderborn und Gütersloh ihre Wirtschaft entwickeln, dann muss uns angst und bange werden.«

Die Wirtschaftspolitik soll im Fall seiner Wahl ein Schwerpunkt sein. Und die Stadtfinanzen. Mit mehr als einer Milliarde Euro Schulden habe Bielefeld kaum noch Luft zum Atmen. »Lassen sie uns den Mut haben, unvoreingenommen auszuloten, wo Kosten gesenkt werden können, welche Pflichtaufgaben wirklich notwendig sind.«

Auch zu aktuellen Projekten nahm Rüther Stellung. »Ich will kein Klein-Klein«, sagte er zur Shoppingcenter-Debatte. Mit Investor ECE müsse eine vernünftige Lösung gefunden werden. Bei der Planungen für die Stadtbahnlinie 5 überwiegt bei Rüther »momentan eher die Skepsis«: »Ehrlich gesagt, bereitet es mir Kopfschmerzen, wenn ich sehe, dass auf die Stadt Bielefeld Finanzierungskosten in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro zukommen.«

Der OB-Kandidat ist verheiratet, lebt in Brake. Der gelernte Bankkaufmann arbeitet bei der Sparkasse, kam bereits 1982 zur CDU. Seit 1989 ist er Mitglied der Bezirksvertretung Heepen, war von 2004 bis 2009 Bezirksvorsteher und ist jetzt stellvertretender Bezirksbürgermeister. Seit 1994 ist Rüther auch Ratsmitglied, langjähriger Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses und inzwischen auch stellvertretender Fraktionschef.

»Andreas ist ein guter Kommunikator«, habe mal ein Lehrer in sein Zeugnis geschrieben, erzählte Rüther. »Du kannst mit den Leuten«, habe der Pädagoge damit gemeint. Deshalb wolle er auch kein OB »von da oben«, sondern stets »mittendrin« sein. Als Chef der Stadtverwaltung will er die Mitarbeiter »fördern und anspornen, Leistung honorieren«.

Bekannt ist Rüther für Sachlichkeit und Fairness. Eine Spitze in Richtung Amtsinhaber Pit Clausen (SPD) sparte er dann doch nicht aus. Weil der immer mit »First Dog« Monty ins Büro kommt, merkte Rüther an, dass er wie jeder andere städtische Mitarbeiter aufs Haustier im Büro verzichten werde.

Quelle: Westfalen-Blatt, 30.11.2013

 


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