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Samstag, 6. Juli 2013

Laumann lässt nicht locker

Ärztemangel und die fehlende Medizinfakultät in OWL treiben den CDU-Fraktionschef um

Bielefeld (WB). »Mit dem Thema Ärztemangel werden in 15 Jahren Wahlen gewonnen – oder verloren«: Davon ist Karl-Josef Laumann überzeugt. Besonders gravierend: Ostwestfalen-Lippe.

Der ehemalige nordrhein-westfälische CDU-Gesundheitsminister lässt auch als Oppositionsführer in seinem Kampf für mehr Hausärzte auf dem Land nicht locker. Er will schon heute wachrütteln, weil es zehn Jahre braucht, bis ein junger Mediziner praktizieren darf.

Dabei schlägt Laumann, der wortgewaltige Streiter im Landtag, gegenüber Rot-Grün ungewohnte Töne an. Es gelte nicht nachzukarten, nachdem die Landesregierung lediglich einer Filiallösung mit der Uni Bochum (60 Studenten pro Jahr) zugestimmt hat, sagt er. Langfristig bleibt eine eigenständige medizinische Fakultät für OWL in Bielefeld sein großes Ziel.

Zu wichtig ist Laumann die Sache: »Wir laufen in eine Katastrophe.« Wie bereits am 2. Juli berichtet, ist der Hausarztmangel in der Region deutlich größer als angenommen. Nach einer neuen Bedarfsplanung gibt es statt der bislang kalkulierten 108 freien Arztsitze sogar 166.

Ohne Ausbildung vor Ort auch keine Nachwuchsmediziner: So beschreibt ein Antrag der CDU im Landtag das Kernproblem. Wörtlich heißt es darin: »In Deutschland kommen auf den Standort einer medizinischen Fakultät 2,3 Millionen Einwohner, in NRW 2,5 Millionen und in Westfalen-Lippe mit der einzigen Fakultät in Münster 4,1 Millionen. In dieser Relation ist Ostwestfalen-Lippe praktisch ein Niemandsland.«

Laumann möchte außerdem, dass Ärzte auch künftig noch Freiberufler sind. Sonst gerieten sie in Abhängigkeit jener Kliniken, die heute schon Praxen aufkauften und zu Versorgunsgzentren bündelten. Vor allem kritisiert er die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV). Sie ließen zu, dass Ärzte etwa im benachbarten Niedersachsen um 20 Prozent besser bezahlt würden. Die Selbstverwaltung der Ärzteschaft scheitere seit zehn Jahren daran, notwendige Solidarität zu erreichen.

Kerstin Korte bekommt als CDU-Abgeordnete im Kreis Minden-Lübbecke das Grenzproblem besonders zu spüren. Überall entlang der Landesgrenze finden Hausärzte keine Nachfolger mehr. Walter Kern, CDU-Abgeordneter aus Lippe, kennt das Problem. Er beklagt, dass auch die Kliniken kaum noch Assistenzärzte finden. Falls es überhaupt noch Bewerber, nämlich aus dem Ausland, gibt, tun sich nach seiner Beobachtung, meist schwer zu akzeptierende Sprachprobleme auf. Auch hier ist OWL Brennpunkt.

Der Bielefelder Ralf Nettelstroth: »An Kliniken in Münster sprechen 38 Prozent der Mediziner Deutsch als Fremdsprache, in OWL sind es 58 Prozent.« Der CDU-Landtagsabgeordnete und Ratsherr hat jetzt den Verein »Medizinische Fakultät OWL in Bielefeld« aus der Taufe gehoben. Erstes großes Projekt: Eine Stiftungsprofessur.

Quelle: Westfalen-Blatt, 06.07.2013


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