{asdasd}
 
Dienstag, 15. Januar 2013

Ende der Denkverbote

Lutter-Regenrückhaltebecken: Prüfung von 17 Alternativen, aber auch neuen Ideen

Mitte. Der lange Prozess um das umstrittene Regenrückhaltebecken für die Lutter-Sanierung ist um ein Kapitel reicher: Nachdem die Umweltverwaltung anfangs zwei Standorte vorgeschlagen hatte, werden jetzt nach dem Bürgerdialog 17 Alternativen geprüft – und eventuell sogar noch mehr. Bezirksvertretung Mitte und Betriebsausschuss Umwelt verabschiedeten sich gestern Abend von jeglicher „Denkblockade“.

Der Arbeitskreis, in dem die Stadt Anlieger wie das Gymnasium am Waldhof oder die Kunsthalle beteiligt, hatte die 17 Alternativen vorgelegt. Umweltdezernentin Anja Ritschel (Grüne) warb gestern dafür, dass die Politiker „das Go-Signal“ für deren Prüfung gaben. Doch die gingen noch darüber hinaus. Es dürfe jetzt keine Denkverbote mehr geben. Neue Standorte oder Techniken, die sich bei der Prüfung ergeben könnten, sollen ebenso einbezogen werden und Chancen auf Umsetzung haben, beschlossen die Gremien schließlich einstimmig auf Antrag der CDU.


Zuvor hatte es vor allem zwischen CDU und Grünen einen heftigen Disput über die Verantwortung für die schwierige Lage gegeben. Detlef Werner (CDU) warf der Ampel-Mehrheit vor, im März zu schnell entschieden und von seiner Partei vorgeschlagene, jetzt durch die Bürger wieder ins Gespräch gebrachte Alternativen verworfen zu haben: Die jetzige Zustimmung zur Prüfung sei „überraschend und verlogen“. Jörg van Norden (Grüne) konterte mit dem Vorwurf des Populismus: „Das ist unverschämt und peinlich.“ Der Grüne pries den Erfolg des Bürgerdialogs, sagte aber auch: „Es gibt unter den Bürgern unterschiedliche Interessen, die vermittelt werden müssen. Jede Lösung wird irgendwo wehtun.“

Dass es bei der  Lutter einen dringenden Sanierungsbedarf gebe, bestätigten die Gutachter und Planer Martin Schmitz und Richard Rohlfing. Schmitz verteidigte seine These, dass Gefahr in Verzug sei. Deshalb habe man bereits gehandelt mit 24-Stunden-Überwachung, Alarmplan und Bereitschaftsdiensten. Man dürfe aber auch nicht in Aktionismus verfallen: „Das Sicherste wäre, alle Häuser zu evakuieren. Aber wäre das gerechtfertigt?“

Die Prüfung soll ergebnisoffen erfolgen, betonte Ritschel. Bindend sei aber der Ratsbeschluss, nach dem zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I der  Lutterkanal im Inlinerverfahren saniert wird. Das verringert die Kapazität – mit der Folge, dass Stadt und Gutachter ein Rückhaltebecken in der Innenstadt für erforderlich halten.

Quelle: Neue Westfälische, 15.01.2013


© 2018 CDU Ratsfraktion der Stadt Bielefeld