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Donnerstag, 14. Februar 2013

„Fastenzeit in der Stadtkasse“

Bielefeld. Bei Bratkartoffeln und Sülze bekommen auch SPD und Grüne ihr Fett weg. Denn beim politischen Aschermittwoch teilt nicht nur der Küchenchef kräftig aus. Gestern Abend ließ es die Bielefelder CDU in der Hechelei wieder hemdsärmelig angehen. 400 Gäste waren gekommen, das Brackweder Stadtorchester spielte zünftig auf.

Prosit: Detlef Helling, Elmar Brok, Lena Strothmann, Ralf Nettelstroth und Detlef Werner, von links, heben die Halb-Liter-Krüge.

„Auf die Narrenzeit folgt jetzt die Fastenzeit und das auch in der Stadtkasse“, begrüßte Detlef Werner, die Gäste, bevor Ralf Nettelstroth, Landtagsabgeordneter und Chef der CDU- Ratsfraktion, sowie der Europapolitiker Elmar Brok dem Parteivolk klar machten, wo es lang geht – in Bielefeld, Deutschland und Europa. Nettelstroth, kein Mann für den verbalen Hau-den-Lukas, servierte 35 Minuten lang rhetorische Schonkost, ging mit Rot-Grün jedoch ausführlich ins Gericht.

Auf die desolate Finanzsituation habe die Ratsmehrheit mit „reflexartigen“ Steuererhöhungen reagiert. Ausgabensenkungen im städtischen Etat blieben dagegen „nebulös“. Die Ampel stehe sich beim Sparen offenbar selbst im Wege, denn warum 96.000 Euro für ein Krötenleitsystem erforderlich seien sollten, könne niemand begründen.

Kritik übte Nettelstroth am Vorsitzenden der Bielefelder SPD, Marcus Lufen. Der sei Ratsmitglied und Stadtwerke-Mitarbeiter, überwache sich als Stadtwerke-Aufsichtsrat „folglich selbst“. Dass Stadtwerke-Chef Wolfgang Brinkmann erst den Eindruck erweckt habe, der Stadtwerkerückkauf sei aus Gewinnen des kommunlalen Versorgers zu finanzieren, dann aber die Ertragserwartungen nach unten korrigiert habe, habe „mehr als ein Geschmäckle“. Bei Brinkmanns Nachfolger werde man darauf achten, dass Qualität, nicht die SPD-Zugehörigkeit eine Rolle spiele. Und OB Pit Clausen, so Nettelstroth, sei „amtsmüde“ und habe ein Jahr der Pleiten und Pannen hinter sich. Die gescheiterte Suche nach einem WEGE-Geschäftsführer etwa sei „eine Blamage ersten Ranges“.

Richtige Stimmung kam auf, als Elmar Brok, der Europapolitiker und frühere CDU-Bezirksvorsitzende, das Wort ergriff. Mit markigen Worten plädierte er für soziale Gerechtigkeit in Europa. „Wenn die politischen und wirtschaftlichen Eliten sich so auf Kosten der Schwachen bereichern wie in Griechenland, dann gefährdet das die Demokratie. Und dann werden solche Bunga-Bunga-Politiker wie etwa Berlusconi wieder nach oben gespült.“

Eine ganz eigene Sichtweise gab Brok auch zum Niedergang von Arminia Bielefeld zum besten. „Da übernehmen die Sozialdemokraten Roland Kentsch und Wolfgang Brinkmann unsere Arminia, und schon geht’s hinunter in die Dritte Liga. Und erst, seitdem mit Jörg Zillies ein früherer CDU-Ratsherr das Präsidentenamt übernommen hat, dürfen wir wieder auf den Aufstieg hoffen“, sagte er unter dem Beifall des lachenden Publikums. Und zu den anwesenden Journalisten: „Darüber sollten Sie mal schreiben.“ Haben wir hiermit getan, Herr Brok.

Quelle: Neue Westfälische, 14.02.2013


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