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Dienstag, 17. Dezember 2013

Kritik an Auswahl des neuen Stadtwerke-Chefs

Votum des Personalausschusses des Aufsichtsrates für SPD-Mann Martin Uekmann (42) stößt CDU auf / Grüne: Kein Kommentar

VON KURT EHMKE

Bielefeld. Die Nachfolge von Wolfgang Brinkmann als einer von zwei Stadtwerke-Geschäftsführern könnte geklärt sein: Mit knapper 4:2-Mehrheit soll der Personalausschuss des Stadtwerke-Aufsichtsrates für den 42-jährigen Martin Uekmann gestimmt haben. Er galt bisher als juristisch rechte Hand von Brinkmann und war nur Stadtwerke-Insidern bekannt. Deutliche Kritik kommt bereits von der CDU an der Auswahl.

Am Freitag soll der Stadtwerke-Aufsichtsrat über eine dreimonatige Verlängerung des Brinkmann-Vertrages und über Uekmanns Aufstieg zum 1. April befinden. Aufsichtsratsvorsitzender Hans Hamann, gleichzeitig SPD-Fraktionsgeschäftsführer, bestätigt die Personalie nicht. Stadtwerke-Pressesprecherin Birgit Jahnke auch nicht, sie verweist, wie auch ihr Kollege Marcus Lufen (zudem auch SPD-Chef in Bielefeld) auf Hamann. Inge Schulze (Grüne) gehört dem Personalausschuss an, sie sagt: "Kein Kommentar, ich sage dazu nichts."

Andere bestätigen den Namen Uekmann, wollen aber selbst nicht genannt werden.

Deutlich wird, dass es erhebliche Vorbehalte gibt, Hintergründe lassen sich erahnen. Andreas Rüther (CDU), der ab Mai als möglicher Oberbürgermeister maßgeblich mit dem neuen Stadtwerke-Chef zu tun haben könnte, sagt nur so viel: "Ich muss davon ausgehen, dass am Ende des Verfahrens derjenige steht, der sich von der Qualität her von allen anderen Bewerbern abgesetzt hat." Die Qualität sei die Kernfrage, um die es bei einem für Bielefeld derart wichtigen Job ginge. Es dürfe nicht vorrangig um Gehaltsforderungen und -angebote gehen. Insider berichten, die beiden anderen Bewerber, die Uekmann am Ende hinter sich gelassen haben soll, seien externe Bewerber mit Leitungserfahrung gewesen.

Ralf Nettelstroth (CDU und auch Aufsichtsratsmitglied der kommunalen Stadtwerke), äußert klare Kritik: "Ich hätte mir eine Persönlichkeit gewünscht, die einen Erfahrungshintergrund für diese Position hat, die Leitungskenntnisse hat und die externen Sachverstand einbringen kann." 2018 laufe das Atomkraftwerk Grohnde aus, an dem die Stadtwerke beteiligt sind, "es kommen sehr schwierige Zeiten auf die Stadtwerke zu". Da, so der Fraktionsvorsitzende der CDU (und Landtagsabgeordnete), seien die Stadtwerke auf jemanden angewiesen, "der Netzwerke hat und Erfahrung". Uekmann, so Nettelstroth, "mag ja ein hervorragender Jurist sein", ob das aber reiche "in diesen Zeiten", bezweifle er.

Uekmann, öffentlich bisher nur als Schildescher Bezirksvertreter in Erscheinung getreten, soll hinter den Kulissen maßgeblich den erfolgreichen Stadtwerke-Rückkauf (49,9 Prozent aus Bremen) begleitet haben. Der Jurist und Vater zweier Söhne ist - wie Brinkmann auch - durch und durch Sozialdemokrat. Er soll sich gegen gut 100 Bewerber durchgesetzt haben, der Kandidatenkreis war zuletzt über acht auf drei Bewerber verkleinert worden. Uekmann soll mit Friedhelm Rieke das Führungsduo bilden. Uekmann sagte gestern: "Ja, ich habe mich beworben - und ich denke, dass ich als Leiter der Rechtsabteilung in den vergangenen 15 Jahren alle wesentlichen Themen auf dem Tisch hatte." Auch deshalb sei er gerüstet für die Aufgabe. "Ich glaube, den Stadtwerken weiterhelfen zu können."

Im Personalausschuss des Aufsichtsrates sitzen: Hans Hamann (SPD), Wolfgang Gottschlich (Betriebsratsvorsitzender), Stefan Ostertag (Betriebsrat), Oliver Müller (Verdi) sowie Inge Schulze (Grüne) und Detlef Helling (CDU).

Quelle: Neue-Westfälische, 17.12.2013


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