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Freitag, 19. April 2013

Förderverein soll Stifter werben

Rat einigt sich doch noch auf gemeinsamen Appell für eigenständige Medizinische Fakultät

Bielefeld(MiS). Anfangs hat es sich nach den üblichen gegenseitigen Vorwürfen angehört, am Ende aber gab der Bielefelder Rat dann gestern doch noch ein einstimmiges Votum zugunsten einer eigenständigen Medizinischen Fakultät in Bielefeld ab. Die CDU konnte sich dabei mit den wesentlichen Punkten ihres Ratsantrages durchsetzen.

»Genau das Richtige nach der Anhörung zum Thema im Wissenschaftsausschuss des Landtages«, meinte CDU-Ratsfraktionschef Ralf Nettelstroth, gleichzeitig Landtagsabgeordneter und auch Ausschussmitglied. Sein Eindruck: »Wir dürfen jetzt nicht aufhören, uns für das Projekt einzusetzen.«

Sein Gegenpart Georg Fortmeier, SPD-Ratsfraktionschef und ebenfalls Landtagsabgeordneter, warnte dagegen zunächst davor, zu viele unterschiedliche Signale zu senden. Der beschrittene Weg, die Kooperation mit der Universität Bochum, sei bei der Landtagsanhörung auch von den Klink-Vertretern aus der Region und der Uni Bielefeld begrüßt worden.

Nach einer Sitzungsunterbrechung dann aber doch der Durchbruch. Der gefundene Königsweg: Zwar wird die Kooperation mit der Uni Bochum begrüßt, aber auch die Kernforderung des ursprünglichen CDU-Antrags wird aufgegriffen: Die Gründung eines Fördervereins, in dem sich Hochschulen, Kliniken, Wirtschaftsvertreter, Institutionen der Region für eine eigenständige Medizinfakultät einsetzen (das WESTFALEN-BLATT berichtete).

Der Förderverein könne auch Stiftungskapital einwerben, sagte Nettelstroth. In Oldenburg, wo gerade eine Medizinische Fakultät an den Start gegangen sei, hätten so Stiftungsprofessuren finanziert werden können. In der der Abstimmung vorausgegangenen Debatte warb außer Fortmeier nur noch Lisa Rathsmann-Kronshage für Zurückhaltung. Eine Medizinische Fakultät sei zeitnah nicht erreichbar, sagte sie. Aber auch Harald Buschmann, FDP-Fraktionschef und Ampel-Partner von Rot-Grün, warnte vor dem Verzicht auf einen deutlichen Appell. So könne die Chance einer eigenen Fakultät verstreichen und am Ende nur Bochum von dem gefundenen Modell profitieren.

Auch Johannes Delius (Bürgergemeinschaft) meinte, »man muss jetzt dranbleiben«. Er verwies auf das Engagement der Unternehmer August Oetker, Ortwin Goldbeck und Herbert Sommer für eine eigene Fakultät.

Auch die Linken waren für den Vorstoß, nur Stiftungsprofessuren lehnen sie ab. Die Anhörung vor dem Wissenschaftsausschuss machte deutlich, dass künftig jährlich bis zu 160 Mediziner in OWL ihre Praxen aufgeben. Durch das Kooperationsmodell mit Bochum kommen frühestens in zwei Jahren 60 angehende Mediziner zur praktischen Ausbildung in die Region.

Quelle: Westfalen-Blatt, 19.04.2013


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