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Dienstag, 11. August 2015

HIV: Persönliche Risiken nicht unterschätzen

CDU-Ratsfraktion informiert sich über Arbeit der Bielefelder Aids-Hilfe

Detlef Werner, Dr. Angelika Vogel (1. Vorsitzende des Vereins Aids-Hilfe e.V.), Michael Weber , Sabine Sauer (Diplom-Pädagogin), Andrea Jansen, Jan Günther, Carla Steinkröger, Peter Struck (Geschäftsführer Aids-Hilfe), und Erwin Jung (v.o.n.u.).

Bielefeld.  Medizinischer Fortschritt und neue Behandlungsmethoden haben die Lebenslage von Menschen mit HIV und Aids zum Positiven verändert. Die medizinischen Möglichkeiten sind jedoch begrenzt. Nach wie vor infizieren sich Menschen mit HIV, erkranken und sterben. Die Bielefelder Aids-Hilfe reagiert auf die Veränderungen. Die drei Säulen ihrer Arbeit – Vorbeugung, Beratung und Unterstützung zur Selbsthilfe – sind weiter von außerordentlicher Bedeutung. Die CDU-Ratsfraktion hat sich jetzt über die aktuelle Situation informiert.

Dr. Angelika Vogel, 1. Vorsitzende des Vereins Aids-Hilfe, Peter Struck, Geschäftsführer der Aids-Hilfe, und Diplom Pädagogin Sabine Sauer gaben den Kommunalpolitikern einen Überblick.  In den 1990er Jahren standen Prävention und die Beratung der Betroffenen und deren Angehörigen im Mittelpunkt der Arbeit. Peter Struck: „ Damals ging es darum, die Panik der Menschen zu mindern, heute kämpfen wir gegen das Vergessen der Krankheit. Man darf Aids aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb  war und ist die Öffentlichkeitarbeit eine wichtige Aufgabe.“

Die Zahl der Neuinfektionen ist  nicht so dramatisch, wie man es vor 30 Jahren vorausgesagt hat. Jährlich stecken sich dennoch in  Deutschland 3000 bis 3500 Menschen mit dem Virus an.  Gefährdet sind vor allem homosexuelle Männer. Sie machen rund zwei Drittel  der Neuinfektionen aus. Rückläufig sind die Zahlen bei den Drogenabhängigen. Struck führt dies auf Aufklärungsmaßnahmen und das Angebot von sauberen Spritzen in verschiedenen Einrichtungen zurück. Die Zahl der Neuinfektionen von heterosexuellen Paaren ist leicht steigend. Gerade die Gruppe der 30-40jährigen ist besonders betroffen. Die Übertragung geschieht zumeist  über sexuelle Kontakte. Insgesamt sind die Neuinfektionen in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringer.

Der Fortschritt der Medizin ermögliche den Betroffenen ein weitgehend normales Leben, führte Struck aus.  Sie könnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden: „Problematisch bleibt, dass Menschen mit HIV und AIDS nach wie vor von Diskriminierung bedroht sind.“  

Sabine Sauer berichtete über die Beratung und Hilfe für Frauen auf dem Straßenstrich. Dabei geht es sowohl um „legale“ Prostituierte wie auch  um Frauen, die auf dem illegalen Straßenstrich arbeiten und dies meist tun, weil sie Drogenabhängig sind und das Geld dringend brauchen.  Um überhaupt zu den Frauen durchzudringen und sie zu sensibilisieren, muß zunächst  eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. Dabei geht es nicht nur um Beratung und Prävention von Geschlechtskrankheiten, sondern auch um Hilfe bei Gewalt, Wohnungslosigkeit oder der Unterstützung bei Problemen mit ausländerrechtlichen Fragen. Im Laufe des Jahres haben die Streetworkerinnen zu 50 bis 70 Frauen auf dem legalen und illegalen Straßenstrich Kontakt, darunter viele aus Südosteuropa, vor allem aus Bulgarien.  Eine Männerprostitution gibt es in Bielefeld eher weniger, dies spielt sich hauptsächlich im Internet ab.

Insgesamt bietet die  Aids-Hilfe Bielefeld ein differenziertes, kostenloses, anonymes und vertrauliches Beratungsangebot für alle Menschen, die Fragen zum Thema Aids haben. Informiert wird  über Infektionswege und Schutzmöglichkeiten im Rahmen der Auseinandersetzung mit Liebe, Sexualität, insbesondere Homosexualität, Partnerschaft und Drogenkonsum. Ein weiteres Ziel der Aufklärung ist es, Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV und Aids abzubauen und Solidarität zu fördern.

Finanziert wird die Aids-Hilfe Bielefeld unter anderem  durch Geld vom Land und die Absicherung der Leistungsverträge durch die Stadt. Ohne Spenden geht es aber nicht. Peter Struck: „Wir müssen zusehen, dass wir pro Jahr 40.000 bis 50.000 Euro selbst aufbringen.“ Momentan beschäftigt die Aids-Hilfe sechs Mitarbeiter in der Beratungsstelle. Drei davon sind sind Vollzeitangestellte. Die Hauptamtlichen werden von ehrenamtlichen Kräften unterstützt.

Die Kommunalpolitiker Andrea Jansen, Katharina Schellong, Carla Steinkröger, Jan Günther, Erwin Jung, Michael Weber und Detlef Werner waren sich einig, dass die Aids-Hilfe eine ganz wichtige Arbeit leistet. Michael Weber, sozialpolitischer Sprecher:  „Es ist  entscheidend, die Menschen immer und immer wieder darauf hinzuweisen, wie gefährlich und tückisch diese Krankheit ist. Man sollte sie auf keinen Fall vergessen und vorsichtig sein. „

Infos zur Aids-Hilfe Bielefeld im Internet: www.aidshilfe-bielefeld.de

 

 


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