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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Die XXL-Koalition

»Paprika« und CDU wollen drei Sekundarschulen

Bielefeld (MiS). Das Paprika-Bündnis aus SPD, Grünen und Piraten/Bürgernähe sowie die CDU haben sich darauf geeinigt, in Bielefeld drei städtische Sekundarschulen zu gründen. Widerstand kommt von der FDP.

Am Montag hatten das Paprika-Bündnis und die Union noch ihre eigenen Anträge vorgelegt, gestern im Schulausschuss wurde daraus ein gemeinsames Papier. Danach soll aus der Brodhagen-Hauptschule genauso eine Sekundarschule werden wie aus der Kuhlo-Realschule. Auch in Gadderbaum soll es weiterhin eine Sekundarschule geben. Wenn die von Bodelschwinghschen Stiftungen – wie angekündigt – ihre Sekundarschule auslaufen lassen wollen, soll ebenfalls die Stadt einsteigen.

Bei ihrer Entscheidung hätten sie sich nicht von einem drohenden Bürgerbegehren für eine städtische Sekundarschule in Gadderbaum leiten lassen, betonten Thomas Wandersleb (SPD) und Marcus Kleinkes (CDU) übereinstimmend. Dies sei eher Ansporn gewesen, so Wandersleb. »Wir schaffen Schulentwicklungsplanung aus eigener Kraft«, sagte Kleinkes.

Völlig überrascht von den Plänen der XXL-Schulkoalition war Bettina Fleth, Leiterin der Kuhlo-Realschule. »Ich habe davon erst kurzfristig erfahren.« Sie erinnerte daran, dass ihre Schule eine funktionierende Realschule sei.

»Sie krempeln die Bielefelder Schullandschaft ad hoc um«, kritisierte Jan Maik Schlifter (FDP) die Antragsteller. »Das ist eine Hinterzimmer-Lösung.« Es habe keinerlei Beteiligung der Öffentlichkeit gegeben. Die Sekundarschule sei eine Schulform mit Risiko. »Sie werden damit Probleme bekommen.«

Schlifter blieb aber der einzige Kritiker des Vorschlages. Bernd Schnatschneider (Linke) kritisierte zwar die Kurzfristigkeit des Antrags, stimmte aber am Ende – vorbehaltlich des Meinungsbildes in seiner Fraktion – zu.

Der Antrag enthält noch weitere Kernaussagen: So soll die Baumheide-Hauptschule bereits zum kommenden Schuljahr in eine Realschule umgewandelt werden. Die Gesamtschule Quelle soll eine weitere Klasse pro Jahrgang erhalten, entsprechend ausgebaut werden.

Die neuen Sekundarschulen sollen zum Schuljahr 2018/19 an den Start gehen. Im Falle Gadderbaums soll versucht werden, die von Bodelschwinghschen Stiftungen doch noch zum Weiterbetrieb ihrer Sekundarschule zu bewegen. Doch scheinen die Schulpolitiker an einer Änderung der Haltung des Stiftungs-Vorstandes selbst nicht recht zu glauben.

Marcus Kleines sagte, mit dem gemeinsamen Antrag sei es gelungen, die Schulpolitik vor Ort aus den nahenden Wahlkämpfen herauszuhalten. »Mit solchen Themen sollte kein Wahlkampf gemacht werden.«

Nicht nur die Ankündigung der von Bodelschwingschen Stiftungen, ihre Sekundarschule zu schließen, setzte die Politiker unter Zugzwang. Auch das Aus der Schulform Hauptschule machte eine Neuausrichtung erforderlich. Vertreter der Bezirksregierung hatten vor der Entscheidung in einem nicht-öffentlichen Sitzungsteil ihre Vorstellungen für Bielefeld dargelegt. An dessen Ende fand sich die breite Mehrheit in ihrem Vorgehen bestätigt. Bereits im Januar soll die Schulverwaltung darlegen, wie die Pläne umgesetzt werden.

Quelle: Westfalen-Blatt, 08.12.2016


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