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Freitag, 28. Februar 2014

Und tschüss

Mit Eriks zieht ein zweites Unternehmen nach Halle – Rüther, Delius und Schlifter fordern Konsequenzen

Bielefeld(WB). Für 40 Millionen Euro will das Bielefelder Unternehmen Eriks ein neues Verteilzentrum bauen – im benachbarten Halle.

Von Michael Schläger

Gleicher Ort, gleiche Uhrzeit, gleicher Anlass: Hatte noch am Mittwoch Dr. René Pankoke, Geschäftsführer des Bielefelder Traditionsunternehmens Hymmen, gemeinsam mit Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (SPD) im Trauzimmer des Haller Rathauses den Bau neuer Montagehalle im dortigen Gewerbegebiet Ravenna-Park angekündigt, war es gestern Hermann Maier, Geschäftsführer von Eriks Deutschland aus Bielefeld-Altenhagen

Der Industriedienstleister, Tochter eines niederländischen Konzerns, will sogar eine noch größere Fläche als Hymmen in Halle erwerben, insgesamt 75   000 Quadratmeter. Neben einem Distributionszentrum sollen in Halle auch Verwaltungs- und Führungseinheiten, Ausbildungs- und Schulungseinrichtungen sowie ein Tech-Center entstehen. Beschäftigt Eriks in Bielefeld derzeit 150 Mitarbeiter, sollen in Halle bis zu 350 Arbeitsplätze entstehen. Möglich ist auch der Umzug der Deutschland-Holding. Dann würde Eriks Bielefeld ganz den Rücken kehren.

»Die Gespräche mit den Wirtschaftsförderern in Halle waren von Anfang an sehr konstruktiv und harmonisch«, sagte Hermann Maier. Auch von der Stadt Bielefeld habe es Angebote gegeben. Aber sowohl der Grundstückspreis wie auch die hervorragende Lage des Ravenna-Parks hätten schließlich den Ausschlag gegeben.

Ein weiteres Mal schaut Bielefeld in die Röhre. »Die Nachricht, dass auch Eriks abwandern will, hat mich sehr überrascht«, sagte Planungsdezernent Gregor Moss, kommissarisch auch zuständig für die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Wege. Wie Hymmen ist auch Eriks in seinem Bereich ein »stiller Riese«, Spezialist für Hydraulik, Pneumatik, Dichtungs- und Schlauchtechnik, Antriebs- und Armaturentechnik sowie industrielle Kunststofftechnik.

Unterdessen wird die Wirtschaftsförderung in Bielefeld zunehmend zum Wahlkampfthema. Gleich drei OB-Kandidaten meldeten sich gestern zu Wort. Die Abkehr Hymmens von Bielefeld sei Beleg für eine vollkommen unzulängliche Wirtschaftsförderungspolitik des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Pit Clausen und der Ampelkoalition, sagte dessen Herausforderer Andreas Rüther (CDU). Die Fälle Hymmen und Eriks zeigten, dass Bielefeld im Wettbewerb der ostwestfälisch-lippischen Kommunen immer mehr an Boden verliere. Den Grund sieht Rüther darin, dass Clausen zweimal die Gewerbesteuer erhöht habe, Bielefelder Gewerbeflächen doppelt so teuer seien wie die der Nachbarn.

Er würde als OB Wirtschaftsförderung zur Chefsache machen, sagte Johannes Delius, Oberbürgermeister-Kandidat der Bürgergemeinschaft für Bielefeld (BfB). Delius fragt, wann sich etwa Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) einmal persönlich um die Firma Hymmen gekümmert habe. Wirtschaftsförderung sei in Bielefeld eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Dazu gehöre auch, dass es 14 Monate nicht gelungen sei, einen neuen hauptamtlichen Wirtschaftsförderer zu finden.

Jan Maik Schlifter, FDP-OB-Kandidat, drängt auf die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen. Damit die Grundstückspreise wettbewerbsfähig blieben, müssten dabei Auflagen und Zusatzkosten, zum Beispiel durch Krötentunnel, auf das Niveau anderer Kommunen begrenzt bleiben.

Quelle: Westfalen-Blatt, 28.02.2014


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